Bali Reisen + Lombok - - - 22 Tage Reise
Geschichte über BaliBali - Eindrücke und Gedanken
Auszug aus dem Buch "Ernährung, Psyche, Sexualität und Liebe", von Bernd Bieder.
Bali, allein dieses Wort klingt in vielen Ohren schon wie ein Zauber. Unentwegt werden und wurden Touristen aus aller Welt von dieser Insel fast magisch angezogen. Es sind Menschen, die Sehnsüchte nach einem anderen Leben haben. Anders als zu Hause, wo es vergleichsweise nur wenige Sommersonnentage gibt, wo Arbeitsstress und Zivilisationskrankheiten grassieren, wo unzählige Verpflichtungen das Leben bestimmen und wo der graue Alltag jedes Abenteuer und jede Romantik zumeist vermissen lässt.
Obwohl sich vor allem im Süden von Bali inzwischen längst einige Zentren herausgebildet haben, die vom Massentourismus bevölkert werden und obwohl Materialismus und Umweltverschmutzung eine weltweite Krankheit geworden sind, das Bali dieser Träume existiert auch heute noch. Dies freilich nicht in jenen Zentren und Hotelhochburgen des Pauschaltourismus. Doch abseits davon kann man auch heute noch fantastische tropische Landschaften finden, Dörfer mit bunt gekleideten Menschen und stille Tempel besuchen und traditionelles balinesisches Leben kennen lernen. Das Leben der Balinesen scheint durch die vielen Rituale und Zeremonien wie verzaubert zu sein. Ihr Kalender kennt im Jahr rund 200 Feste. Berücksichtigt man, dass viele davon auch noch gleichzeitig an verschiedenen Orten abgehalten werden, dann kommt man im Jahr auf nahezu 1000 Feierlichkeiten. Insel der Götter und Dämonen, so wird Bali auch genannt. Wenn man die Lebendigkeit und Farbigkeit und die einnehmende Lebensechtheit der Riten miterlebt, dann versteht man diese Bezeichnung.
Ich habe Bali schon oft besucht, dabei aber nie versucht, die Komplexität dieser Riten und Feste vollständig zu erfassen. Das ist durch gelegentliche Besuche auch gar nicht möglich. Doch berühren lassen von ihrer Ausstrahlung, das habe ich mich schon. Obwohl ich keinerlei Affinitäten zu Kirchen oder Religionsformen besitze. Was aber nicht heisst, dass ich nicht spirituell empfinde. Eher im Gegenteil. Doch mache Religionsformen und -praktiken sind mir ausgesprochen unsympathisch. Auch neige ich nicht dazu, steinerne oder hölzerne Figuren anzubeten, mich in verräucherten Tempeln oder kalten Kirchengemäuern wohlzufühlen, oder religiöse Überzeugungen mit Lautsprechern aufdringlich über die Dächer zu schreien. Was mir aber an den balinesischen Riten - einer Mischung aus Hinduismus und alten Naturreligionen - gefällt, ist ihre sanftmütige und zauberhafte Ausstrahlung und ihre Unaufdringlichkeit. So ist es für die Leute dort selbstverständlich, z.B. ein kleines Ritual an meiner Zimmertür zu vollziehen, still und oft auch unbemerkt, oder am Straßenrand oder auch an einem Baum irgendwo in der Landschaft. Wasser wird gesprenkelt, mit Räucherstäbchen ein bisschen gewedelt und eine kleine Opferschale mit Blüten, Reiskörnern und anderen Beigaben hinterlassen. Ich habe keine Ahnung, mit welchen Geistern dabei kommuniziert wird. Doch es lässt mich nicht unbeeindruckt, jene Menschen bemüht darum zu finden, dass an meiner Tür oder in meinem Zimmer ein guter Geist wohnt. Sie zelebrieren dies mit einer Selbstverständlichkeit, wie man bei uns vielleicht vor der Tür fegen würde. Auch bin ich immer wieder berührt von dem Lächeln dieser Menschen.
Zum Programm der von mir veranstalteten Bali Rundreise gehört es auch, dass paradiesische Büfetts ausgerichtet werden. In manchen Ländern ist es mir schon so ergangen, dass die Einheimischen dort gar nicht so recht wussten, was ich von ihnen wollte, wenn ich ein solches Büfett zu arrangieren versuchte. Sie schauten mich dann mit unbeholfenen großen Augen an, obwohl es bei ihnen die herrlichsten exotischen Früchte gab. Ganz anders aber in Bali. Dort sprach ich nur ein paar Worte in meiner kleinen Hotelanlage über dieses Vorhaben und die Leute begannen sofort mit Vorbereitungen, die meine Erwartungen sogar übertrafen. Sie putzten ihre Anlage den ganzen Tag und schmückten sie aus mit selbstgeflochtenen Materialien aus Bambus, Palmenblättern und anderen Naturstoffen. Am Abend wurde dann das Büfett aufgebaut, die Früchte-Rohkost zu prächtigen Arrangements zusammengefügt, ein Teil davon aufgeschnitten, so dass ihre lebendige Farbigkeit nur so sprühte und das Ganze dann auch noch liebevoll mit Blumenblüten geschmückt. Die beiden Frauen, die dieses Büfett betreuten, kamen in ihren schönsten Kleidern. Und auch die balinesischen Männer hatten sich Kopfschmuck und Sarong umgelegt. Es ist für sie selbstverständlich, dass man etwas so Paradiesisches mit einer entsprechenden Würde und Feierlichkeit begehen muss. Es scheint so, als hätten sie noch einen näheren Kontakt zu diesen Wurzeln.
Ich habe keineswegs die Absicht, in diesem Buch Schilderungen über andere Länder, Stämme oder Regionen aufzunehmen, nach dem Motto, anderenorts ist die Welt noch in Ordnung. Die Zivilisation und ihre Merkmale wie das Kochen, haben sich über den ganzen Planeten verbreitet. Auch jene Menschen in Bali leben leider nicht mehr in einem paradiesischen Urzustand. Das muss man klar sehen. Ebenso können im Rahmen diese Buches keine kompletten Geschichtshintergründe einzelner Regionen aufgenommen werden. Dennoch gibt es - oder gab es bis vor kurzem - auf unserem Globus hier und da noch Rudimente menschlicher Lebensformen, die mindestens teilweise noch nicht so weit von der Mitte des Kontinuums abgedriftet sind, wie bei uns in der westlichen Welt. Das interessiert mich. Denn darin lassen sich aufschlussreiche Zusammenhänge und Hintergründe erkennen, die uns alle betreffen. Auf Bali fand ich gleich eine ganze Reihe solch interessanter Gegebenheiten und Spuren. So will ich einige davon hier schildern.
Ich hatte mir für meine Rundreisen und Individualreisen über die Insel bei meinem ersten Besuch einige Tage einen Fahrer mit einem Jeep genommen. Einen Mann namens Madé, dessen Ruhe und Zuverlässigkeit und dessen stille Souveränität und Bescheidenheit ich sehr schätzen lernte, so dass ich seine Dienste auch bei späteren Bali Reisen immer wieder gern in Anspruch nahm. Nun, bei jener ersten Reise war ich noch nicht so vertraut mit den Verhältnissen auf Bali. Ich wartete eines Morgens auf Madé und war erstaunt, dass er nicht kam. Das kannte ich von ihm nicht. Er war sonst immer sehr pünktlich. Plötzlich erhielt ich einen Anruf. Madé ließ mir mitteilen, dass er sich auf Grund irgendeiner Zeremonie verspäte. Erst als er schließlich eintraf und mir diese Sache noch einmal genau erklärte, verstand ich den Grund dafür. An diesem Tag fand eine besondere Zeremonie für alle Autos auf Bali statt, zu dem Zweck, dass man Glück damit hat, keine Unfälle geschehen usw. Jedes Auto erhielt sozusagen seinen geistigen TÜV. Das Auto von Madé war noch nicht fertig. Deshalb konnte er nicht pünktlich kommen. Es wäre für ihn unmöglich gewesen, ohne diese Behandlung loszufahren. Ich konnte dann auch gleich an der Windschutzscheibe und auf dem Armaturenbrett die entsprechenden Schmuckelemente sehen.
Auf uns mag dies vielleicht etwas kurios wirken, aber für die Menschen dort ist das vollkommen selbstverständlich und notwendig. Auch ist es interessant, wie sie problemlos Elemente der heutigen Zeit in ihre Riten einfügen. In der Tat habe ich auf Bali nie einen Unfall gesehen. Sicher wird es die dort auch geben, aber offenbar nicht so häufig. Ob nun irgendwelche Schutzgeister der Grund dafür sind oder nicht, sei dahingestellt. Eines ist aber klar. Wir finden dahinter wieder einmal die Erwartungen. Die Menschen erwarten, dass sie gegen Unfälle besser geschützt sind, wenn sie mit ihrem Auto diese Zeremonie durchlaufen haben. Das veranlasst sie aber keineswegs zu blinder Raserei. Im Gegenteil, mit dieser Erwartung im Unterbewusstsein verhalten sie sich unbewusst, zumindest tendenziell so, dass der Erwartung entsprochen wird. Wer will schon die Erfahrung machen, dass die Geister ihm nicht gut gesonnen sind.
Dies ist natürlich auch eine ungewöhnliche Verkehrssicherungsmaßnahme. Die einzige Antwort, die wir in Deutschland und in anderen vergleichbaren Ländern zur Disziplinierung des Verkehrs haben, sind hinterhältige Hightech-Radarfallen oder ähnliches. Das ist primitiv dagegen und deren erzieherische Wirksamkeit ohnehin eher fraglich, ohne positive Wirkung auf das Bewusstsein.
Auffallend für mich war auch, dass es in Bali offenbar keine Generationskonflikte wie bei uns gibt. Die Kinder können noch weitgehend in ihrem Kontinuum-Gefühl heranwachsen, sie sind voll akzeptiert und integriert, und sogar besonders geachtet. Ich habe nie erlebt, dass ein Kind angeschrieen oder gar geschlagen wurde. Nun könnte man mir entgegenhalten, dass ich nicht in alle Häuser hineinschauen kann. Das ist sicher richtig. Doch Situationen, wie ich sie in anderen Ländern schon erlebt habe, wo Kinder sogar auf offener Straße geschlagen wurden, sind dort undenkbar. Schreien und Schlagen ist ohnehin verpönt. Wenn man etwas erreichen will, dann versucht man es mit Sanftmut und Lächeln. Ich musste einmal miterleben, wie ein Tourist in einem Restaurant herumschrie. Die Gesichter der anwesenden Einheimischen waren fassungslos und kreidebleich. Keiner reagierte darauf mit einer Silbe.
Eine besonders außergewöhnliche Zeremonie lernte ich bei einem weiteren Besuch auf Bali kennen. Es ist die Zahnfeilung. Anfangs verstand ich überhaupt nichts. Da werden Jugendlichen von einem Priester die Zähne abgefeilt. Das wird auch noch als großes Fest gefeiert. Aber was steckt dahinter?
Zunächst einmal muss man wissen, dass es im Lebenslauf eines jeden Balinesen Übergangsphasen und Zeremonien gibt, an Wendepunkten im Leben, die für magisch bedeutsam gehalten werden. Eine solche große Zeremonie in jeder balinesischen Familie ist die Zahnfeilung. Sie wird bei Jungen und Mädchen nach der Pubertät durchgeführt. Dabei werden die Eckzähne und zum Teil auch die Schneidezähne so weit abgefeilt, dass sie eine gerade Linie bilden. Danach gelten die Jugendlichen als heiratsfähig. In diesem Ritual verbirgt sich eine tiefe symbolische Bedeutung. Man will die Jugendlichen vor schlechten Eigenschaften bewahren. Dazu zählen Jähzorn, Habgier, Dummheit, Eifersucht, Faulheit und Fleischeslust.
Das ist doch sehr bemerkenswert, finde ich. Wenn wir daran denken, dass im Tierreich scharfe vorstehende Eckzähne als etwas Raubtierhaftes gelten, also etwas Gieriges und Aggressives und wenn wir weiterhin daran denken, dass auch bei den Menschen diese Charaktereigenschaften leider viel zu ausgeprägt vorkommen, dann verstehen wir noch besser den Hintergrund dieser Handlung. Die Balinesen haben, wie die Menschen anderenorts auch, nicht erkennen können, welche dramatischen Folgen die anormalen Substanzen aus der denaturierten Nahrung auf das Nervensystem haben. Doch sie haben versucht diesen schlechten Charaktereigenschaften zu begegnen, und so ist der Kult der Zahnfeilung entstanden. Offenbar haben sie damit auch Erfolg. Wir sehen, dass sich da wieder einmal automatisch eine bestimmte Erwartungshaltung hineinlegt. Das hat ganz offensichtlich positive Folgen auf die Mentalität dieser Menschen.
Nun ist es aber so, dass die Gründe für die anormale Reizung des Nervensystems mit der Zahnfeilung ja nicht verschwinden. Auch die Balinesen essen regelmäßig gekocht. Ein Vorteil ist allerdings, dass sie keine Milchprodukte und vor allem keinen Weizen in ihrer Nahrungspalette haben. Ich erwähnte schon an früherer Stelle, dass Produkte aus Weizen besonders stark das Nervensystem erregen. Bei Reis ist das nicht ganz so schlimm. Aber dennoch, auch die balinesische Küche mit ihren Rezepten und Gewürzen und mit ihren Denaturierungsformen reicht vollständig aus, um eine endogene Erregung des Nervensystems und damit der Psyche zu bewirken. Wenn sich nun diese aufgestauten Spannungen und Impulse nicht direkt gegen anderen Menschen wenden, so müssen sie doch irgendwo hin. Es muss also ein Ventil geben. Wir finden dieses Ventil auf Bali. Wir finden es im Hahnenkampf. Die Balinesen sind verrückt danach. In jedem Dorf kann man am Straßenrand Körbe sehen, in denen stolz die Kampfhähne präsentiert werden. Täglich finden irgendwo auf den Höfen derartige Kämpfe statt. Schon mancher Balinese hat dabei Haus und Hof verloren. Bemühungen von offizieller Seite, diese Kämpfe zu unterbinden, scheiterten bisher alle. Nun sind es zwar nur die Hähne, die dabei tätlich aufeinander losgehen. Doch das Publikum kämpft innerlich mit. Es identifiziert sich mit der einen oder anderen Seite.
Eine weitere interessante Beobachtung machte ich auf Bali in Hinblick auf das Ego. Die Kultur dort ist offensichtlich etwas weniger egozentrisch geprägt als die bei uns. Dafür mag die etwas geringere endogene Reizung ein Grund sein. Doch es lassen sich auch Merkmale in ihrer Kultur finden, die von vornherein reduzierend auf das Ego wirken. Eines dieser Merkmale ist die Namensgebung. Es gibt dort praktisch nur vier Namen. Diese richten sich nach dem Erstgeborenem, dem Zweitgeborenem, dem Drittgeborenem und dem Viertgeborenem. Der Name Madé z.B. steht für den Zweitgeborenen. Wenn eine Familie mehr als vier Kinder hat, fängt man wieder von vorne an. Auch Mädchen und Jungen erhalten genau die gleichen Namen. Unterschieden wird lediglich dadurch, dass man den männlichen Personen im Schriftverkehr ein "I" vor den Namen setzt und den weiblichen ein "Ni". Natürlich ist es in der Schule und auch im Amtswesen notwendig geworden, noch einen weiteren individuellen Namen einzufügen. Auch höhergestellte Persönlichkeiten tragen noch andere Namen. Doch der wichtigste Name ist für nahezu alle Balinesen nach wie vor der, den sie nach der Geburt erhielten, also einer von den vieren.
Es geht mir hier nicht darum, dies als Modell auch für andere Länder vorzuschlagen. Das hätte sicher chaotische Verhältnisse zur Folge. Ich will damit nur aufzeigen, dass in einer Gesellschaft, in der viermal 25 % der Bevölkerung jeweils den gleichen Namen tragen, das einzelne Ich automatisch eine weniger starke Identifikation bekommt. Bei einem Ich, das einen ziemlich isolierten eigenen Namen trägt - auch noch differenziert durch Vor- und Zuname -, ist es naheliegend, dass die Reflexion damit unweigerlich größer sein kann. Dann bin ich manifestiert das Ich - mit Namen soundso. Während ich auf der anderen Seite z.B. der Zweitgeborene bin, unter vielen Zweitgeborenen.
Dies gehört zu jenen Rudimenten, von denen ich sprach. Wir erkennen in diesem Fall, dass in früheren Zeiten und anderen Kulturen das Ich offenbar eine geringere Bedeutung hatte als heutzutage bei uns. Ein kleineres Ego, das hat zweifellos eine wohltuende Wirkung. Leider merken viele Menschen bei uns aber gar nicht, wie starr und egozentrisch sie sind. Es gilt ja auch als normal, sich so zu verhalten. Oder denken wir an die verschiedenen Titel, wie Doktor oder ähnliches, die sich Menschen seit einigen hundert Jahren zulegen können. Ich will hier keineswegs pauschale Beurteilungen abgeben und auch nicht die Leistungen anderer schmälern. Aber wir wissen doch alle sehr genau, dass sich solche Titel auch bestens zum Schmücken des eigenen Egos verwenden lassen. Nicht durch Zufall hat sich das besonders vermehrt im Verlaufe des kartesianischen Zeitalters. Das bedeutet jedoch nicht im Umkehrschluss, ohne Titel dem weniger verfallen zu können. Eitelkeiten und Hochnäsigkeit, engstirniges Verhalten oder auch mangelnde Bereitschaft zum Zuhören, das und Ähnliches zieht sich durch alle gesellschaftlichen Schichten.
Aber wieder zurück nach Bali. Die Geschichte mit dem Ego geht noch ein bisschen weiter. Interessant in diesem Zusammenhang sind auch die Totenbestattungen. Es gibt auf Bali praktisch keine Friedhöfe, bis auf sehr wenige Ausnahmen von anderen religiösen Minderheiten. Wenn jemand gestorben ist, dann wird er irgendwann verbrannt, das ist auch wieder ein großes Fest. Danach wird die Asche in eine leere Kokosnuss gefüllt. Diese wird zu einem Fluss gebracht, der zum Meer fließt und in den Fluss geworfen. Oder man bringt sie auch direkt zum Meer und wirft sie dort ins Wasser. Das wars, mehr nicht. Kein Grabstein, keine Inschriften oder dergleichen.
Als ich das erfuhr wurde mir klar, dass wir bei uns in unserer Kultur versuchen das Ich eines Menschen noch bis über den Tod hinaus einige Jahre oder sogar Jahrzehnte aufzubewahren, sozusagen zu konservieren. Wir machen Friedhöfe und stellen schwere Granitplatten auf oder auch Marmorsteine, und wir meißeln den Namen der Dahingeschiedenen da hinein. Ganz anders aber auf Bali. Dort werden die sterblichen Überreste dem Universum übergeben, es bleibt keine materielle Spur, und das Ich geht ein in die kosmische Ganzheit.
Ich möchte keineswegs die Gefühle von Menschen verletzten, die einen Angehörigen oder nahestehenden Verstorbenen betrauern und für diesen einen Platz auf dem Friedhof einrichten lassen. Aber seien wir ehrlich. Um einem Verstorbenen im Andenken wirklich nahe zu sein, muss man nicht vor seinem Grabstein stehen.
Dieser Text ist enthalten in dem Buch "Ernährung, Psyche, Sexualität und Liebe", von Bernd Bieder. Das Buch ist erhältlich in unserem Bücher-Shop. Kopien vom Text, auch auszugsweise, sind nicht erlaubt. Verlinkungen sind gestattet.


